Mandeln botanisch gesehen

Botanisch gesehen gehören die Mandeln zum Steinobst und nicht zum Schalenobst, obwohl der Aufbau beispielsweise mit der Walnuss vergleichbar ist. Essbar ist der Samen (Kern), der von einer steinharten Samenschale umgeben ist (Stein). Die aussenliegende grün-graue, lederartige Fruchtschale reißt bei der Reife teilweise auf und muss entfernt werden. Die meisten Mandelsorten sind selbststeril und benötigen einen Befruchter, hierzu eignen sich auch Pfirsichsorten mit bestem Erfolg. Man unterscheidet innerhalb der Art Prunus dulcis (dulcis, lat. = süß) verschiedene Unterarten, von denen allerdings nicht alle essbar sind.

Die Bittermandel gilt als Wildform und ist als Ausgangsform für die Kulturmandelsorten anzusehen. Wie der Name schon sagt schmecken die Früchte bitter, was auf ein cyanogenes Glycosid mit Namen Amygdalin zurückzuführen ist, davon kann während des Verdauungsprozesses die giftige Blausäure abgespalten werden. Typisch sind eine harte Schale und der bittere Samen (Kern).

Die Süß- oder Steinmandel hat nur geringe Gehalte an Amygdalin und ist deshalb für den Verzehr geeignet. Typisch sind eine harte Schale und ein süßer Samen. Beispiele: `Kleine vollkernige Süßmandel`, `Ferragnes` etc..

Die Krach- oder Knackmandel ist eine weitere Unterart der Süßmandel mit dünner Schale, die mit den Fingern zerdrückt werden kann. Die Namensgebung fragilis (lat.) = zerbrechlich gibt hier einen deutlichen Hinweis. Beispiele: `Große Prinzessmandel`, `Dürkheimer Krachmandel`, `Palatina' (Neuzüchtung!) etc..

Ebenfalls von Bedeutung sind die Hybriden (Kreuzungen) zwischen Mandel und Pfirsich mit dem Namen Mandelpfirsich. Beispiel: `Perle der Weinstrasse`, eine der schönsten Ziermandeln.

Mandelsorten

Die Farben der Blüten reichen von weiß bis rosa, manche Früchte kann man essen, andere nicht...
Diese Mandelsorten findet man unter anderem an der Deutschen Weinstraße:

Dürkheimer Krachmandel
- Süßmandel
- weiß blühend
- Blüte: mittelspät (vor der Perle der Weinstraße)
- Stein: breit mit abgerundeter Spitze, weiche Schale, glatte Oberfläche
- essbar

Prinzessmandel
- Süßmandel
- weiß blühend mit rosa Auge
- Blüte: früh
- Stein: Ei- bis halbmondförmig, mittelharte Schale, glatte Oberfläche
- essbar

Palatina
- Süßmandel
- weiß blühend mit rötlichem Auge
- Blüte: spät
- Stein: groß, 4-5 cm, süß und schmackhaft
- essbar

Perle der Weinstraße
- Bittermandel
- rosa blühend
- Blüte: spät
- Stein: oval mit kleiner Spitze, sehr harte Schale, raue Oberfläche
- nicht essbar


Schon gewusst?

Mandelbäume sind stark und schwach zugleich. Im Winter können die Bäume bis zu -20° Celsius aushalten, ohne Schäden davonzutragen. Aber wenn die Knospen schon einmal aufgebrochen sind, werden sie empfindlich: Dann wirkt sich ein Spätfrost negativ auf den Ernteertrag auch - daher ist der Erwerbsanbau in der Pfalz immer mit einem gewissen Risiko verbunden. In einem guten Jahr, kann ein ausgewachsener Baum allerdings 30 bis 40 Kilogramm Fruchtsteine abwerfen. Das entspricht einer Ernte essbarer Mandeln von ungefähr fünf bis zehn Kilogramm. Die geernteten Mandeln können mehrere Jahre gelagert werden. Wenn die Schale entfernt ist, werden die Fruchtsteine locker ausgebreitet eine Zeit lang getrocknet - erst dann schmeckt die Mandel!​​​​​

Mandelbäume, die aus Samen gezogen wurden, bringen andere Eigenschaften mit als ihre Mutterbäume und unterschieden sich von diesen zum Beispiel in Größe, Laub oder Härte des Frichtsteins. Für eine sortenechte Vermehrung bedarf es einer Veredlung. Hierfür wird ein anderer Baum, am besten Pfirsich oder Pflaume, als Unterlage. Darauf wird, üblicherweise nahe am Boden, dann ein Mandelreis aufgebracht.

Mandelbäume können auch im eigenen Garten wachsen! Die heimischen Süßmandeln wie Dürkheimer Krachmandel oder Palatina haben nur wenige Ansprüche: Ein wenig geschützt und an sonnigen Plätzchen eingepflanzt gedeihen diese Mandelsorten prächtig. Blüten im Frühjahr und mit ein wenig Glück essbare Mandeln im Spätjahr aus eigenem Anbau! Hier können Sie Ihren eigenen Baum an der Deutschen Weinstraße kaufen.

Warum sind Mandeln so gesund?

Mittlerweile weiß man viel über den Gesundheitswert von Steinfrüchten und insbesondere der Mandeln. In Amerika besitzen Mandeln einen "qualified health claim" (qualifizierter Gesundheitsanspruch), sind in der Ernährungspyramide aufgeführt und gelten daher als empfehlenswertes Lebensmittel. Mehrere nationale und internationale Gesundheitsorganisationen empfehlen daher eine tägliche Aufnahme von 25 g Nüssen oder Mandeln. Neben dem hohen Vitamin E Gehalt als wertvolles Antioxidans und die Bedeutung für den Stoffwechsel steht die präventive Wirkung in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen im Fokus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Vitamin E-reiche Lebensmittel, wie Mandeln, durch ihre günstigen Inhaltsstoffe vor koronaren Herzerkrankungen schützen können und zu einer gesunden Ernährung beitragen. Daneben besitzen sie ein gutes Verhältnis von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Phytostyrole, Flavonoide, Phenolsäuren, Vitamin E, Vitamin B-Komplex, Folsäure, Biotin sowie die Mineralstoffe Magnesium, Kalium, Calcium und Spurenelemente.

Lesenswertes über die Mandeln

Sie wollen noch mehr über Mandelbäume erfahren? Dann legen wir Ihnen das Buch "Einheimsiche Mandeln" von Dr. rer. nat. Philipp Eisenbarth ans Herz! Der gebürtige Bad Dürkheimer beschäftigt sich seit 1995 mit alten Obstsorten, eines seiner Spezialgebiete sind Mandelsorten. In seinem Buch erfahren Sie mehr über die botanische Einordnung und Herkunft, Unterschiede zwischen (echten) Süßmandeln, Bittermandeln und Pfirsichmandeln, Kulturgeschichte des Mandelbaums, den aktuellen Mandelanbau weltweit, Nutzungsmöglichkeiten und Genusswert sowie Standortansprüche des Mandelbaums und Pflege.

Weitere Infos zum Buch finden Sie HIER!

 

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