REISE DER MANDEL



So kam die Mandel in die Pfalz

Die Pfalz ist dafür bekannt, dass exotische Pflanzen aufgrund des milden Klimas gut gedeihen. Die vielen Sonnenstunden, verhältnismäßig geringer Niederschlag und der Pfälzerwald, der wie eine Mauer die Weinstraße vor Kaltluft schützt, taten ihr Übriges, um die südlichen Pflanzen hier heimisch werden zu lassen. So wachsen in der Pfalz neben den Mandeln auch Kiwis, Feigen und Esskastanien. Aber wie kamen die Mandeln hier her?

Vermutet wird, dass Mandeln schon 4.000-5.000 Jahre alt sind und ursprünglich aus Kleinost- bis Mittelasien stammen, genauer aus dem Gebiet Persien/Afghanistan. Von dort wurden sie nach Zentralasien und angeblich durch Alexander den Großen (356 v. Chr. – 323 v. Chr.) über die heutige Türkei und Griechenland schließlich auch nach Europa gebracht.

Für die Verbreitung in Europa sind die Römer verantwortlich. Sie lernten die Mandeln in Griechenland kennen, nahmen sie mit nach Italien und setzten sie als Arznei und zur Herstellung von Hautpflegemittel ein. Die Römer brachten die Mandeln zuerst nach Nordafrika und später gemeinsam mit den Weinreben auch nach Deutschland und siedelten diese in den wärmeren Regionen und vor allem in der Pfalz an.

Bereits Karl der Große (747-814) soll den Anbau von Mandelbäumen angeordnet haben und so die Mandelkultur in Deutschland eingeführt haben. Urkundlich erwähnt wurde die Mandel für die Pfalz allerdings erst im 11. Jahrhundert. Auch Kurfürst Friedrich I. ordnete 1464 an, dass in den Weinbergen Mandel- und Walnussbäume anzupflanzen seien. Durch diese Anordnung wollte er der Landbevölkerung ermöglichen das Einkommen zu erhöhen und auch in den Winter auszuweiten. Da die Mandelbäume in den Weinbergen nur wenig Schatten werfen, wurde ihr erwerbsmäßiger Anbau dort sehr geschätzt und wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Konkurrenz aus dem Mittelmeerraum ließ ab dann den Mandelanbau in der Pfalz unwirtschaftlich werden.

Heute werden Mandelbäume hauptsächlich aufgrund ihrer schönen Blüte gepflanzt. Vor allem die kräftig strahlende rosa Blüte (z.B. der Perle der Weinstraße) erfreut sich großer Beliebtheit bei den Touristen. Bereits in den 1980ern gab es Pflanzaktionen, um Lücken entlang der Deutschen Weinstraße zu füllen und immer noch werden jährlich zahlreiche Mandelbäume gesetzt.

So kam es, dass die Pfalz bereits vor allen anderen Regionen Deutschlands in den Frühling startet und sich im März/April in ein rosa Blütenmeer verwandelt!